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Eine Frage, die die ganze Branche bewegt: Wann kommt NFC im iPhone?

Auf der Wartebank

Als Apple im September dieses Jahres das iPhone 5 vorgestellt hat, sahen viele Beobachter ihre Erwartungen in einem Punkt abermals enttäuscht: Das beliebte Apple-Smartphone ist noch immer nicht mit einer NFC-Antenne ausgestattet. Doch die Beteiligten im Markt schauen nicht tatenlos zu, sondern entwickeln Brücken-Lösungen.

Die NFC-Technik ist eine drahtlose Übertragungstechnik, die das kontaktlose Bezahlen unterstützt. Das im April 2012 gestartete bundesweite Pilotprojekt Girogo von Girocard wird bereits von ersten großen Anbietern aus dem Handel für das kontaktlose Bezahlen via NFC genutzt: dm, Edeka, Douglas, Hussel und Esso haben mittlerweile ihre Kassenterminals um die Option des kontaktlosen Bezahlens via NFC erweitert. Jetzt geht es um den nächsten Schritt hin zum mobilen Bezahlen mit dem Smartphone, das immerhin bereits 27,3 Millionen Deutsche nutzen (Quelle: ComScore, Juli 2012).  

„Wenn Apple das iPhone 5 mit einer NFC-Antenne ausgestattet hätte, dann wäre das für alle Marktbeteiligten im Mobile Payment ein schöner Milestone gewesen“, sagt Rainer Busch, Business Development Manager des französischen NFC- und Secure-Element-Herstellers Inside Secure in Deutschland. „Wir sind alle sicher, dass NFC im iPhone kommt. Die Frage ist nur, wann.“

In den Smartphones anderer Hersteller ist die NFC-Antenne bereits eingebaut. So im „Galaxy S III“ und im „Galaxy Nexus“ von Samsung, im Sony „Xperia sola“, im „HTC One X“ sowie in einigen aktuellen Nokia-Geräten. NFC-Bezahllösungen, die man mit diesen Smartphones nutzen kann, befinden sich in der Planung, einige kurz vor der Einführung. So zum Beispiel das Touch&Travel-System der Deutschen Bahn. Zur An- und Abmeldung vor und nach einer Bahnfahrt wird das NFC-fähige Smartphone an einen Funk-Kontaktpunkt am jeweiligen Bahnhof gehalten, das Mobiltelefon überträgt Zeiten und Ort an das Touch&Travel-System. Der Preis für die Fahrt wird auf dem Display angezeigt, abgerechnet wird über die im Account angegebene Bankverbindung. Mithilfe von QR-Codes auf den Fahrplänen am Bahnsteig funktioniert das System schon jetzt. Der Start der NFC-Unterstützung für Touch&Travel ist für Dezember 2012 vorgesehen.  

Aber auch iPhone-Nutzer und Besitzer älterer Handys ohne NFC können die Nahfeld-Technologie schon jetzt nutzen: beispielsweise mit mpass, einem mobilen Bezahlservice, den O2, Vodafone und Deutsche Telekom in Kooperation anbieten. Ralf Opalka, Pressesprecher von Telefónica Deutschland: „Nachdem mpass bereits für Online-Einkäufe nutzbar ist, können unsere Kunden seit Anfang Oktober 2012 auch in Geschäften mit ihrem Handy mobil und kontaktlos über die NFC-Technologie bezahlen.“

NFC-Sticker

Um mpass über NFC einsetzen zu können, klebt man den dafür vorgesehenen NFC-Sticker mit Maestro PayPass-Funktion auf die Rückseite des Handys. Den Sticker bekommt man nach erfolgter Registrierung kostenfrei zugeschickt. In 8.000 Geschäften in Deutschland kann man schon mit mpass bezahlen, darunter in den Filialen von Conrad Electronics und in Star Tankstellen.  

„NFC-Sticker sind eine einfache und preiswerte Lösung, um jedem Mobiltelefon ohne integrierte NFC-Funktion die Teilnahme an der Welt der kontaktlosen Anwendungen zu ermöglichen“, sagt Richard Stooß, Business Development Manager bei Schreiner PrinTrust, deren NFC-Sticker beim litauischen Anbieter Mokipay seit 2011 im Einsatz sind. „Es wird in Zukunft immer mehr Endgeräte geben, die NFC unterstützen“, meint Ralf Opalka von Telefónica. „Darüber hinaus arbeitet man heute auch schon an einer neuen Generation von NFC-fähigen SIM-Karten.“

Wir sind alle sicher, dass NFC im iPhone kommt.

Rainer Busch

Business Development Manager Inside Secure Deutschland

Doch ganz untätig war auch Apple nicht. Fester Bestandteil des neuen Betriebssystems iOS6 für iPhone und iPod Touch ist die Passbook-Anwendung, die zum zentralen mobilen Archiv und Managementsystem für mobile Tickets und Coupons werden soll. Durch Passbook wird der iPhone-Nutzer auch an mobile Bezahlverfahren herangeführt, die Apple sehr bald schon zu einer Mobile Wallet mit kontaktloser Bezahlfunktion ausbauen könnte. Aufgrund seiner Integration in das Betriebssystem hat Passbook aus dem Stand eine viel größere Verbreitung als vergleichbare Anwendungen, der Marktanteil von iOS liegt in Deutschland bei 35 Prozent der Smartphone-Nutzer (Quelle: Ipsos MediaCT, Q1 2012).  

Bereits im kommenden Jahr könnten über Passbook weltweit Transaktionen im Wert von 12,3 Milliarden US-Dollar abgewickelt werden, schätzen Experten. Wenn dann irgendwann die NFC-Antenne auch im iPhone kommt, stehen die Nutzer schon bereit. Rainer Busch ist sich sicher: „Apple verfolgt wieder einmal seine Follower-Strategie: ,Lass die anderen den ersten Schritt machen, dann kommen wir mit unserer besseren Lösung, mit der wir sofort eine viel größere Akzeptanz haben.‘ Apple ist längst bereit für NFC.“ 

Kontakt: bernhard@lermann-pr.com

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