Der neue Hamburger Laden des Unternehmens mit Sitz im schwäbischen Albstadt wurde Ende Februar eröffnet und erstreckt sich über eine Verkaufsfläche von 167 qm. Hier wird ein erweitertes Markensortiment präsentiert, das neben Wäsche und Loungewear auch Accessoires umfasst. Die Gestaltung des Stores soll eine angenehme Einkaufsatmosphäre schaffen und die Marke optimal präsentieren.
Der Store in Freiburg mit Opening Mitte März setzt auf eine ähnliche Designphilosophie. Auch hier wurde auf einer Erdgeschossfläche von 78 qm im ehemaligen Modehaus Kaiser Wert auf eine klare, moderne Gestaltung mit hochwertigen Materialien gelegt, die die Produkte in den Mittelpunkt stellt. Geschäftsführer Matthias Mey: „Beide Projekte sind für uns ein klares Bekenntnis zum stationären Handel und zur Zukunft unserer Innenstädte. Die Konsumstimmung ist gedämpft, viele Innenstädte kämpfen um Frequenz und Attraktivität. Gerade jetzt brauchen wir Orte, die über reinen Konsum hinausgehen – die überraschen, inspirieren und Menschen zusammenbringen – und den Mut, nach vorne zu denken.“

Der Kassenbereich im Hamburger Geschäft weist eine farbliche Zonierung in dunklem Grün auf, die dem Raum Struktur verleiht
Foto: Mey
Modular und anpassungsfähig
Ein zentrales Element des neuen Storekonzepts ist das nahezu rückbaubare Ladenbausystem, das eine flexible Anpassung an unterschiedliche Verkaufsflächen ermöglicht. Es basiert auf einem leichten, pulverbeschichteten Metall-Stangensystem, das ausschließlich am Boden verankert wird. Diese Bauweise reduziert den Materialaufwand und verkürzt die Bauzeit, was Kosten spart. Ergänzt wird die Konstruktion durch offene Holzkuben mit Tablaren, die eine transparente Warenpräsentation ermöglichen. Die modulare Bauweise kann auch für Shop-in-Shop-Flächen relevant sein, da das System der Ladenbaufirma Konrad Knoblauch eine flexible Alternative zu fest verbauten und damit investitionsstärkeren Einrichtungskonzepten darstellt und sich an neue Gegebenheiten anpassen lässt.
Auch das Designkonzept der Flagship-Läden wurde weiterentwickelt und baut auf der Gestaltung der Mesamis-Multilabel-Stores von Mey auf, wie sie in Heidelberg, Bremen und Aschaffenburg stehen. „In Hamburg verbinden wir die Marke Mey erstmals mit unserem Multilabel-Concept ,mes amis‘– einer kuratierten Auswahl oft noch unbekannter Labels, Accessoires und Naturkosmetik in einer Location“, sagt Isabell Haasis Head of PR & Media Planning bei Mey.
Geeignet für SIS
Die frühere Roséfarbgebung wurde durch einen Cognacton ersetzt, der mit Grüntönen kombiniert wird. Dies soll eine hochwertige, aber zugleich einladende Atmosphäre schaffen. Ein besonderes gestalterisches Element des Hamburger Stores ist die farbliche Zonierung: Der Kassenbereich hebt sich durch ein dunkles Grün vom restlichen Verkaufsraum ab und sorgt so für eine klare visuelle Strukturierung. Auch die Materialwahl wurde überarbeitet. Während in früheren Konzepten Samtrückwände eine zentrale Rolle spielten, kommen nun gezielte Samtakzente zum Einsatz. Im Geschäft an der Alster sollen Samtmöbel in der Kaffeelounge zu einer Shopping-Pause einladen.
Auch das Beleuchtungskonzept wurde verändert, indem hinterleuchtete Spiegel in den Umkleidekabinen eine gleichmäßige und schmeichelhafte Lichtwirkung erzeugen. Birgit Römer, Leitung Markenplanung bei der Konrad Knoblauch:„ Die Herausforderung lag darin, das bestehende Konzept so auszugestalten, dass es auf SIS-Flächen ausgerollt werden kann – ohne Personal. Hierfür sind die Voraussetzungen andere als in Stores, da man beachten muss, wie sich die Fläche farblich zur Nachbarfläche absetzt und wie ihre baulichen und technischen Voraussetzungen sind.“
Effizienz und Flexibilität im Mittelpunkt
Geschäftsführer Matthias Mey gab stores+shops im Interview Einblicke in die Schwerpunkte und Zukunftsperspektiven des neuen Storekonzeptes.
Herr Mey, Ihr Konzept für den neuen Ladenbau setzt stark auf Flexibilität. Welche Aspekte standen bei der Entwicklung Ihres Systems im Vordergrund?
Unser Ansatz fokussiert sich nicht nur auf ästhetische Aspekte, sondern vor allem auf Effizienz und Anpassungsfähigkeit. Bei langfristigen Mietverträgen ist es essenziell, dass wir auf wechselnde Marktbedingungen reagieren können – und genau das ermöglicht unser neues Ladenbausystem, das primär auf flexible Flächengestaltung ausgelegt ist.
Die Wäschebranche bringt bestimmte Herausforderungen mit sich, etwa durch unterschiedliche Größen und Farbvarianten. Wie adressieren Sie diese Komplexität in Ihrem Konzept?
Die Vielzahl an Größen und Farben erfordert größere Warenflächen, was herkömmliche Ladenkonzepte oft an ihre Grenzen bringt. In Zusammenarbeit mit Knoblauch haben wir ein System entwickelt, das diese Herausforderungen meistert. Es bietet die notwendige Variabilität und ermöglicht zudem unkomplizierte Umbauten, wenn sich Marktanforderungen ändern.
Sie testen Ihr neues System aktuell an zwei Standorten. Welche Perspektiven sehen Sie für den Roll-out dieses Konzepts in weiteren Mey-Filialen?
Die laufenden Tests sollen klären, ob unser flexibles und kosteneffizientes System den Ansprüchen aller Mey-Standorte gerecht wird. Langfristig zielt unser Konzept darauf ab, in weiteren Filialen implementiert zu werden, um auch zukünftig optimal auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren zu können.